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Solarmodule 2026: ohne rückwärts laufenden Zähler

Kurz gesagt
Mit einem digitalen Zähler läuft Ihr Zähler nicht mehr rückwärts. Fluvius misst getrennt, was Sie aus dem Netz beziehen und was Sie ins Netz einspeisen. Strom, den Sie selbst verbrauchen, ist mehr wert als eingespeister Strom. Rechnen Sie also mit Eigenverbrauch. Für neue Solarmodule gibt es keine flämische Prämie mehr. Ein Darlehen über Mijn VerbouwLening (das flämische Renovierungsdarlehen) ist weiterhin möglich. Lassen Sie den MwSt.-Satz im Angebot vermerken.

Genossenschaftliche Solarmodule auf De Harmonie in Wellen

Wie funktionieren Solarmodule?

Ein Solarmodul wandelt Licht in Strom um. Im Modul steckt Silizium. Fällt Licht darauf, geraten Elektronen in Bewegung. Das ergibt Gleichstrom. Ein Wechselrichter macht daraus Wechselstrom, wie Ihre Steckdosen ihn liefern. Ohne Licht gibt es keinen Strom: Nachts liefert ein Modul nichts. Bei Bewölkung liefert es weiter Strom, aber weniger.

Ein Modul erzeugt Strom, keine Wärme für Ihre Heizkörper. Für Warmwasser gibt es die Solarthermieanlage. Das ist ein anderes Gerät.

Auf einem Angebot finden Sie drei Einheiten:

Einheit Was sie misst Beispiel
kW (Kilowatt) Leistung in einem Augenblick Ein Staubsauger mit 1,5 kW
kWh (Kilowattstunde) Energie über einen Zeitraum Ihr Verbrauch pro Jahr
kWp (Kilowatt Peak) Die maximale Leistung der Anlage, gemessen im Testaufbau 4 kWp auf dem Dach

Auf Ihrem Dach erreichen Sie diese Spitze selten. Wie viele kWh Sie pro Jahr ernten, hängt von der Lage des Dachs, vom Schatten und vom Wetter ab.

Was der digitale Zähler ändert

Früher lief Ihr Zähler rückwärts, wenn die Module mehr lieferten, als das Haus brauchte. Sie "sparten" gewissermaßen kWh beim Netz an. Das nennt man den rückwärts laufenden Zähler.

Ein digitaler Zähler tut das nicht. Er zählt die kWh, die Sie beziehen, und die kWh, die Sie einspeisen, getrennt. Für den eingespeisten Strom erhalten Sie eine Vergütung von Ihrem Energieversorger. Sie liegt meist niedriger als der Preis, den Sie für Netzstrom zahlen.

Wer vor 2021 Solarmodule hatte (oder sie vor dem 1. Oktober 2021 bei Fluvius angemeldet hat), muss laut Fluvius einen digitalen Zähler einbauen lassen. Fluvius lädt Sie ein, einen Termin zu vereinbaren. Das dauert etwa eine Stunde. Verschieben Sie den Termin immer wieder, erfasst Fluvius Sie als Verweigerer. Nehmen Sie besser Kontakt mit Fluvius auf und legen Sie ein Datum fest.

Was passiert mit Ihrem alten Guthaben?

Ihr Zähler kann übers Jahr mehr rückwärts als vorwärts gelaufen sein. Fluvius nennt das einen negativen Saldo. Das sagt Fluvius dazu:

  • Wird der digitale Zähler vor dem 1. April 2026 eingebaut, übernimmt Fluvius Ihren Saldo. Fluvius verarbeitet ihn in den Anfangsständen. Sie sehen ihn auf Ihrer Rechnung, nicht am Zähler.
  • Wird der digitale Zähler ab dem 1. April 2026 eingebaut, erhalten Sie für einen negativen Saldo keine Vergütung mehr. Er wird nicht verrechnet.

Wechseln Sie vor Ihrer nächsten Jahresabrechnung weder den Anbieter noch den Tarif, und beginnen Sie auch kein Energieteilen (Energy Sharing). Laut Fluvius kann Ihr Saldo sonst auf null springen. Lesen Sie die Erläuterung von Fluvius für Ihre Situation.

Solarmodule auf dem Jugendheim De Reynaert in Wellen

Warum Eigenverbrauch zählt

Tagsüber erzeugen Ihre Module oft mehr Strom, als Ihr Haus braucht. Der Überschuss geht ins Netz. Abends und im Winter beziehen Sie wieder Strom. Was Sie tagsüber selbst verbrauchen, müssen Sie nicht kaufen. Das bringt mehr als einspeisen.

Rechenbeispiel (zum Üben, kein echter Tarif)
Ihre Module erzeugen 4.000 kWh pro Jahr. Sie zahlen 0,30 € pro kWh Bezug und erhalten 0,05 € pro kWh Einspeisung. Verbrauchen Sie 30 % selbst (1.200 kWh), sparen Sie beim Bezug 1.200 × 0,30 = 360 €. Dazu kommen 2.800 × 0,05 = 140 € Einspeisevergütung. Zusammen 500 €. Verbrauchen Sie 60 % selbst (2.400 kWh), sind es 2.400 × 0,30 = 720 € plus 1.600 × 0,05 = 80 €. Zusammen 800 €. Dieselben Module bringen 300 € mehr. Der einzige Unterschied ist, wann Sie Ihren Strom verbrauchen.

So erhöhen Sie Ihren Eigenverbrauch:

  • Lassen Sie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Trockner laufen, wenn die Sonne scheint.
  • Laden Sie ein Elektroauto tagsüber, wenn Sie zu Hause sind.
  • Eine Wärmepumpe hilft vor allem im Frühjahr und Herbst. Im Winter erzeugen Ihre Module zu wenig Strom.
  • Ein Heimspeicher kann einen Überschuss in den Abend verschieben. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrem Verbrauch ab. Der Artikel über den Heimspeicher erklärt, wie Sie das einschätzen.

Passt Ihr Dach?

Die flämische Zonnekaart (Solarkarte) gibt einen ersten Eindruck davon, was Ihr Dach leisten kann. Sie ist kein Angebot. Der Schatten eines Schornsteins, eines Baums oder des Nachbarhauses kann viel ausmachen.

Ein Dach nach Süden ist am günstigsten. Ein Dach nach Osten und Westen geht auch: Die Erzeugung verteilt sich dann besser über den Tag. Eine Dachfläche nach Norden ist meist weniger interessant.

Solarmodule auf dem Dach des städtischen Bauhofs

Als Faustregel rechnen Installateure in Flandern oft mit etwa 850 bis 1.000 kWh pro kWp und Jahr, je nach Dach, Schatten und Wetter. Eine Anlage mit 4 kWp kommt dann auf etwa 3.400 bis 4.000 kWh. Das ist ein Richtwert, kein Versprechen. Bitten Sie Ihren Installateur um eine Schätzung für Ihr eigenes Dach, samt den zugrunde gelegten Annahmen.

Haben Sie viel Schatten oder ein Dach mit vielen Flächen, fragen Sie nach Mikro-Wechselrichtern oder Optimierern. Dabei arbeitet jedes Modul für sich. Ein verschattetes Modul bremst dann die anderen nicht. Bei einem einfachen Dach ohne Schatten genügt meist ein Wechselrichter für alle Module. Lassen Sie sich die Wahl im Angebot erklären.

Verbrauchen Sie tagsüber wenig? Dann ist eine größere Anlage nicht besser. Sie speisen dann vor allem ein, und das bringt wenig.

Mieter, Wohnung oder kein eigenes Dach

Sie mieten? Dann bauen Sie nichts ohne die Zustimmung des Eigentümers. Treffen Sie schriftliche Absprachen darüber, wer was zahlt und wer den Vorteil hat.

In einer Wohnanlage gehört das Dach allen. Die Eigentümergemeinschaft entscheidet.

Haben Sie kein geeignetes Dach, können Sie sich manchmal an einem Gemeinschaftsprojekt beteiligen. Das ist ein anderer Weg als Module auf dem eigenen Dach. Der Artikel über die gemeinsame lokale Energieerzeugung erklärt ihn.

Was kostet es, und welche Förderung gibt es?

Prämie. Für neue Solarmodule gibt es keine flämische Prämie mehr. Die rückwirkende Prämie für ältere Anlagen konnte bis zum 31. Dezember 2025 beantragt werden. Sie ist damit geschlossen. Zu lokalen Förderungen berät Sie Ihre Gemeinde, oder Sie nutzen den Premiezoeker (die Suchmaschine für Prämien der flämischen Regierung). Diese Förderungen ändern sich oft.

MwSt. Bei einem Wohnhaus, das mindestens zehn Jahre alt ist, beträgt der MwSt.-Satz für Lieferung und Einbau durch dieselbe Firma meist 6 %. Bei einem jüngeren Haus oder einem Neubau sind es 21 %. Das ist die übliche Regel für die ermäßigte MwSt. bei Renovierungen (siehe die Seite des FÖD Finanzen). Die genauen Bedingungen hängen von Ihrer Situation ab. Lassen Sie den Satz im Angebot vermerken und fragen Sie im Zweifel beim FÖD Finanzen nach.

Darlehen. Mit Mijn VerbouwLening leihen Sie Geld für Arbeiten, die Energie sparen, unter anderem für Solarmodule. Sie leihen mindestens 4.000 € und höchstens 60.000 €, mit einer Laufzeit von höchstens 25 Jahren. Für Anträge ab dem 1. Januar 2026 liegt der Zins bei 0 %, 0,5 % oder 1,5 %, je nach Einkommenskategorie. Das Energiehuis (siehe "Wie geht es weiter?") hilft Ihnen beim Antrag.

Amortisationszeit. Eine feste Zahl von Jahren können wir nicht nennen. Sie hängt von Ihrem Verbrauch, Ihren Tarifen und Ihrer Anlage ab. Fragen Sie den Verkäufer, welchen Strompreis, welchen Eigenverbrauch und welche Einspeisevergütung er angesetzt hat.

Der Kapazitätstarif (capaciteitstarief)

Der Kapazitätstarif ist ein Teil Ihrer Netzkosten. Er hängt von Ihrer höchsten Verbrauchsspitze ab: dem meisten Strom, den Sie innerhalb einer Viertelstunde aus dem Netz ziehen. Pro Monat zählt die höchste Viertelstundenspitze. Für die Rechnung nimmt der Netzbetreiber den Durchschnitt der letzten zwölf Monate.

  • Nur Bezugsspitzen zählen. Einspeisung zählt nicht.
  • Jeder zahlt mindestens für eine Spitze von 2,5 kW.
  • Der flämische Durchschnitt für 2026 liegt laut der Vlaamse Nutsregulator (der flämischen Regulierungsbehörde) bei etwa 53,39 € pro kW und Jahr, ohne MwSt. Der Betrag unterscheidet sich je nach Netzbetreiber.

Module senken diese Spitze nicht von selbst. Kochen Sie abends, waschen Sie und springt eine Wärmepumpe an, kann Ihre Spitze hoch sein, auch mit einem guten Dach. Verteilen Sie große Geräte über den Tag.

Vom Angebot zum Anschluss

Holen Sie mindestens zwei Angebote mit gleichem Inhalt ein. Lassen Sie diese Punkte darin aufführen:

  • die Leistung in kWp, den Modultyp und den Wechselrichter
  • die Garantie auf das Produkt und auf den Ertrag
  • den erwarteten Jahresertrag, mit den Annahmen
  • das Verschattungsgutachten
  • die Kosten für Gerüst und Verkabelung
  • die Abnahme und die Anmeldung bei Fluvius
  • den MwSt.-Satz
  • was passiert, wenn der Wechselrichter ausfällt, zum Beispiel nach zehn Jahren
  • ob ein Monitoring (eine App, die Ihre Erzeugung zeigt) inbegriffen ist

Ein niedriger Preis ohne Gerüst oder Abnahme ist kein Schnäppchen.

Nach dem Einbau muss eine zugelassene Prüfstelle die Anlage nach dem AREI (dem belgischen Reglement für elektrische Anlagen) abnehmen. Die Anlage muss auch bei Fluvius angemeldet werden. Das erledigt meist der Installateur. Bitten Sie ihn, das im Angebot zu vermerken.

Zusätzlich eine Wärmepumpe oder eine Ladestation

Eine Wärmepumpe braucht im Winter viel Strom, gerade dann, wenn Ihre Module wenig erzeugen. In den anderen Jahreszeiten helfen die Module aber. Rechnen Sie also nicht mit einem Winter ohne Netzstrom.

Eine Ladestation passt gut zu Solarmodulen, wenn Sie tagsüber zu Hause laden können. Laden Sie nur nachts, helfen die Module nicht.

Dämmen Sie zuerst. Je weniger Wärme Ihr Haus braucht, desto kleiner und günstiger sind die Anlagen, die Sie später wählen. Die Artikel über Wärmepumpe, Elektroauto-Laden und Heimspeicher gehen auf jeden dieser Schritte näher ein.

Häufige Fragen

Muss ich den Energieversorger wechseln, um eine bessere Einspeisevergütung zu bekommen? Nicht unbedingt. Betrachten Sie Bezug und Einspeisung zusammen. Eine hohe Einspeisevergütung bei einem teuren Bezugspreis kann unterm Strich mehr kosten.

Was ist bei Hagel oder Sturm? Gute Module sind auf Hagel getestet, aber nichts ist unzerbrechlich. Fragen Sie Ihren Versicherer, ob die Module versichert sind, und den Installateur, was er garantiert. Fotos der Anlage nach dem Einbau helfen bei einem Schadensfall.

Muss ich sofort einen Speicher dazubauen? Nein. Sehen Sie zuerst nach, wie viel Sie tagsüber einspeisen und wie viel Sie abends beziehen. Der Artikel über den Heimspeicher hilft Ihnen dabei.

Wie geht es weiter?

  1. Notieren Sie Ihren Jahresverbrauch in kWh. Schauen Sie in Ihre letzte Jahresabrechnung.
  2. Sehen Sie sich Ihr Dach auf der Zonnekaart an und prüfen Sie, wo Schatten fällt.
  3. Holen Sie zwei Angebote mit gleichem Inhalt ein und legen Sie sie nebeneinander.
  4. Haben Sie schon Module und warten auf den digitalen Zähler? Lesen Sie die Erläuterung von Fluvius zu Ihrem Saldo, bevor Sie den Anbieter wechseln.

Hilfe zu Haus, Prämien und Darlehen erhalten Sie kostenlos bei Energiehuis Limburg. Rufen Sie 089 77 81 29 an oder vereinbaren Sie einen Termin beim Wohnenergieschalter (woonenergieloket) Ihrer Gemeinde.

Quellen und Haftungsausschluss

Dieser Artikel stützt sich auf diese Quellen: Zonnekaart, Fluvius zum digitalen Zähler, Fluvius zur rückwirkenden Prämie, Mijn VerbouwLening, Kapazitätstarif, MwSt. bei Renovierung und Energiehuis Limburg.

Haftungsausschluss: Allgemeine Informationen, keine persönliche Beratung und kein Angebot. Prämien, MwSt. und Tarife ändern sich. Stand: 30. Oktober 2026.

Autor: Wouter Hermans

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