Zurück zur Wissensdatenbank
Mobilität

Elektro, Benzin, Diesel oder Wasserstoff: Was belastet das Klima wirklich mehr?

Kurz gesagt
Zählen Sie den ganzen Lebenszyklus, nicht nur den Auspuff. Dann stößt ein Elektroauto in der EU 63 bis 70 Gramm CO2-Äquivalent pro Kilometer aus, ein Benzin- oder Dieselauto etwa 235 Gramm. Die Batterie verursacht bei der Herstellung mehr Emissionen. Ein Elektroauto holt das in der EU nach etwa 17.000 bis 22.000 km wieder herein. Bei 12.000 km pro Jahr sind das eineinhalb bis zwei Jahre. Ein Plug-in-Hybrid stößt in der Praxis weit mehr aus als auf dem Papier. Ein Wasserstoffauto schneidet nur mit grünem Wasserstoff gut ab. Der braucht viel Strom. Jede Zahl hängt vom Strommix, von der Lebensdauer und vom echten Verbrauch ab. Die Annahmen stehen bei jeder Zahl.

Häufig gehört: Was stimmt?

Was man hört Stimmt das? Warum
„Ein Elektroauto belastet das Klima erst nach 100.000 km weniger.“ Stimmt nicht Im europäischen Netz ist der Mehrausstoß der Herstellung gegenüber einem Benziner nach etwa 17.000 bis 22.000 km ausgeglichen.
„Elektroautos fahren mit Kohlestrom.“ Kommt darauf an Der Vorteil hängt vom Netz ab. Er ist in der EU groß und auf einem Netz mit viel Steinkohle kleiner.
„Diesel stößt weniger CO2 aus als Benzin.“ Stimmt teilweise Diesel verbraucht weniger Liter, aber über den ganzen Lebenszyklus verschwindet der Unterschied: 234 gegen 235 Gramm pro km. Bei Stickoxiden (NOx) schneidet Diesel schlechter ab.
„Wasserstoff ist die Zukunft für Pkw.“ Kommt darauf an Nur grüner Wasserstoff ist so sauber wie ein Elektroauto, braucht aber fast dreimal so viel Strom. Der heutige Wasserstoff stammt weltweit vor allem aus Erdgas.
„Ein Plug-in-Hybrid ist das Beste aus zwei Welten.“ Stimmt teilweise Auf dem Papier ja. In Europa stößt ein Plug-in-Hybrid von 2023 im Durchschnitt etwa fünfmal so viel CO2 aus wie offiziell angegeben.
„Die Batterie belastet mehr, als man spart.“ Stimmt nicht Die Herstellung stößt etwa 40 % mehr aus als bei einem Benziner. Das ist nach weniger als zwei Jahren Fahrt ausgeglichen.
„Ein altes Auto zu behalten ist klimafreundlicher, als ein neues Elektroauto zu kaufen.“ Kommt darauf an Bei durchschnittlicher Nutzung holt ein neues Elektroauto den Ausstoß seiner Herstellung nach etwa vier Jahren wieder herein (51.000 bis 59.000 km). Wer kaum fährt, braucht viel länger.

Was zählt in einem Lebenszyklus?

Eine Lebenszyklusanalyse zählt den Ausstoß vom Bau bis zur Verschrottung mit. Sie hat vier Blöcke:

  • Das Auto bauen, mit Batterie oder Wasserstofftank, und es am Ende seines Lebens verwerten.
  • Kraftstoff oder Strom erzeugen und liefern. Fachleute sprechen von „Well-to-Tank“, von der Quelle bis in den Tank. Bei Benzin sind das Bohren, Raffinieren und Transport. Bei einem Elektroauto sind es das Kraftwerk und das Netz.
  • Fahren. Das heißt „Tank-to-Wheel“, vom Tank bis zum Rad. Nur dieser Block kommt aus dem Auspuff.
  • Wartung, zum Beispiel Reifen, Öl und Ersatzteile.
Eine grüne Zapfpistole im Tankstutzen eines Autos

Wo Sie die Grenze ziehen, entscheidet, wer gut abschneidet. Zählt man nur den Auspuff, hat ein Elektroauto null Gramm: zu schön. Zählt man nur die Herstellung, ist es schlechter als ein Benziner: zu streng. Erst alle Blöcke zusammen ergeben ein ehrliches Bild.

Die Zahlen unten stammen vor allem aus dem Update vom Juli 2025 des International Council on Clean Transportation (ICCT), einer gemeinnützigen Forschungsorganisation. Die European Climate Foundation unterstützte diesen Bericht. Forscher der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission lasen eine frühere Fassung gegen. Der Bericht rechnet mit einem durchschnittlichen Mittelklassewagen von 2025 in der EU. Die Einheit ist Gramm CO2-Äquivalent pro Kilometer (g CO2e/km). Darin stecken auch andere Treibhausgase, etwa Methan, umgerechnet in CO2.

Vier Entscheidungen verschieben das Ergebnis stark:

  • Lebensdauer. Das ICCT rechnet mit 20 Jahren und 240.000 km (12.000 km pro Jahr). Mit 15 Jahren und 180.000 km steigt der Ausstoß eines Elektroautos um 22 % (14 Gramm pro km). Bei Benzin- und Dieselautos steigt er um 4 bis 5 %.
  • Echter Verbrauch. Ein Benziner verbraucht in der Praxis 6,9 Liter auf 100 km, im offiziellen Test 5,7 Liter. Ein Elektroauto verbraucht 20,2 kWh auf 100 km, im Test 16,2 kWh.
  • Strommix (die Quellen, aus denen der Strom kommt). Ein Auto von 2025 fährt bis 2044, während das Netz sauberer wird. Nimmt man 20 Jahre lang den Mix von 2023, fällt der Ausstoß des Elektroautos 58 % (37 Gramm) zu hoch aus.
  • Batterie. Das ICCT rechnet mit 53,4 kWh und 72,8 kg CO2e pro kWh. Das sind 3,9 Tonnen für die Batterie. Die Zahl ist der gewichtete Durchschnitt der Fabriken in China (56 %), Europa (30 %), Südkorea, Japan und den USA. Das ICCT zieht nichts für das Recycling ab.

Wer alle Annahmen auf die am wenigsten repräsentative Weise wählt, rechnet Verbrenner 7 bis 11 % zu niedrig, Plug-in-Hybride 32 % zu niedrig und Elektroautos bis zu 64 % zu hoch. Das kann erklären, warum manche Studien zu einem anderen Schluss kommen.

Das Ergebnis in Zahlen

Lebenszyklus, Mittelklassewagen (EU, 2025), 240.000 km, echter Verbrauch:

Auto g CO2e/km Was die Spanne bestimmt
Benzin 235 Eine Zahl in der Studie
Diesel 234 Eine Zahl in der Studie
Hybrid (ohne Stecker) 188 Eine Zahl in der Studie
Plug-in-Hybrid 163 bis 167 Anteil elektrisches Fahren: 50 % angenommen
Elektro, durchschnittliches EU-Netz 63 bis 70 Stromszenario des JRC oder der IEA
Elektro, nur erneuerbarer Strom 52 Sonne und Wind, einschließlich Bau der Anlagen
Wasserstoffauto, grauer Wasserstoff (Erdgas) 175 Methanverluste bei Erdgas
Wasserstoffauto, grüner Wasserstoff 50 Nur erneuerbarer Strom

Quelle: ICCT, Juli 2025. Die 63 stammt aus dem JRC-Szenario für den Strommix, die 70 aus dem Szenario Stated Policies der Internationalen Energieagentur (IEA). Das ICCT rechnet blauen Wasserstoff (Erdgas mit CO2-Abscheidung) nicht durch. E-Fuels sind Kraftstoffe, die mit Strom hergestellt werden. Laut ICCT kann ein Verbrennungsmotor mit E-Fuels in der Theorie ebenso wenig ausstoßen wie ein Elektroauto. Das Angebot für den Straßenverkehr ist aber unsicher, und der Preis ist hoch.

Achten Sie im Diagramm beim Elektroauto auf den Anteil der Herstellung und bei den Verbrennern auf den des Auspuffs. Das ICCT veröffentlicht die Aufteilung nach Phasen nur als Balkendiagramm, darum haben wir sie aus seinen Eingangsdaten abgeleitet.

Emissionen über die gesamte Lebensdauer, pro Kilometer

Gramm CO₂e pro km für ein Mittelklassefahrzeug in der EU, aufgeteilt nach den Lebensphasen des Autos.

Die Aufteilung nach Phasen ist aus ICCT-Tabellen abgeleitet und auf etwa 1 g/km genau. Nur die Summen stehen so im ICCT-Bericht.

Emissionen über die gesamte Lebensdauer, pro KilometerGestapeltes Balkendiagramm der Emissionen in Gramm CO₂e pro Kilometer für 10 Antriebsarten. Jeder Balken ist in Phasen unterteilt: Bau des Autos, Batterie, Wasserstoffsystem, Wartung, Kraftstoff oder Strom und Auspuff. Die Summe steht am Ende des Balkens.g CO₂e pro km050100150200250Benzin235Diesel234Erdgas203Hybrid188Plug-in-Hybrid163Elektro (EU-Strommix)63Elektro (EU-Mix, IEA-Szenario)70Elektro (nur erneuerbarer Strom)52Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)50Wasserstoffauto (Wasserstoff ausErdgas)175
  • Bau des Autos
  • Bau der Batterie
  • Wasserstofftank und Brennstoffzelle
  • Wartung
  • Kraftstoff oder Strom erzeugen und transportieren
  • Auspuff

Ab wie vielen km ist ein Elektroauto besser als ein Benziner?

Kipppunkt eines ElektroautosEntfernungsachse. Das Elektroauto startet wegen des Baus mit höheren Emissionen. Es holt einen Benziner nach etwa 17.000 km mit Strom aus dem EU-Netz ein und nach etwa 19.000 bis 20.000 km mit Strom aus dem belgischen Netz.0510152025Laut ICCT: ca. 17.000 kmBelgien: ca. 19.000 bis 20.000 kmEntfernung in tausend km

Laut ICCT: etwa 17.000 km (EU-Netz). Eigene Nachrechnung: 17.275 km. Für das belgische Netz wurde mit 150 bis 210 g CO₂e pro kWh gerechnet (Elia). Verglichen wird mit einem Benziner derselben Klasse.

Eigenes Schema auf Basis von ICCT (Juli 2025).

Zahlen als Tabelle anzeigen
Emissionen pro Phase und insgesamt, in g CO₂e pro km
AntriebBau des AutosBau der BatterieWasserstofftank und BrennstoffzelleWartungKraftstoff oder Strom erzeugen und transportierenAuspuffSumme
Benzin3000548,8151,2235
Diesel3000753,4143,6234
Erdgas31,700536,3130203
Hybrid3000537,3115,7188
Plug-in-Hybrid32,94,20536,584,4163
Elektro (EU-Strommix)27,116,30415,6063
Elektro (EU-Mix, IEA-Szenario)27,116,30422,6070
Elektro (nur erneuerbarer Strom)27,116,3044,6052
Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)27,107,5411,4050
Wasserstoffauto (Wasserstoff aus Erdgas)27,107,54136,40175
Berechnung des Kipppunkts
EingabeWert
Zusätzliche Emissionen beim Bau des Elektroautos (Tonnen CO₂e)3,2
Benziner: Kraftstoffkette ohne Bau (g/km)200
Wartung, Benziner und Elektro (g/km)5 / 4
Verbrauch des Elektroautos (kWh/km)0,202
Strom, EU-Durchschnitt (g CO₂e/kWh)78
Kipppunkt laut ICCT (km)17.000
Kipppunkt, eigene Nachrechnung mit EU-Strom (km)17.275
Strom, Belgien (g CO₂e/kWh)150 bis 210
Kipppunkt mit belgischem Strom (km)18.746 bis 20.179

Die IEA rechnet im Global EV Outlook 2026 mit Zahlen für die ganze Welt. Der Vorteil ist kleiner als beim ICCT, aber die Richtung ist dieselbe. Ein Elektroauto der Mittelklasse stößt im Durchschnitt mehr als 55 % weniger aus als ein Benziner, über 15 Jahre und 35 km pro Tag (gut 190.000 km), mit dem Szenario Stated Policies für den Strom.

Und 2030?

Das ICCT veröffentlicht in diesem Update keine eigene Zahl für ein Auto von 2030. Bekannt ist aber Folgendes:

  • Laut ICCT sinkt der europäische Strommix (einschließlich des Baus der Kraftwerke) von 264 Gramm pro kWh (g/kWh) im Jahr 2022 auf 88 bis 113 g/kWh im Jahr 2030. Diese beiden Werte stammen aus IEA-Szenarien, nicht aus Messungen.
  • Batterien aus europäischen Fabriken sind sauberer. Das ICCT rechnet für eine NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Kobalt) mit 60 kg CO2e pro kWh in Europa und 80 in China. 2024 kamen 30 % der Zellen für europäische Autos aus Europa.
  • Verbrenner werden nur wenig sauberer. Ihr echter Ausstoß sank zwischen 2018 und 2023 im Durchschnitt um 1 %. Der offizielle Ausstoß aller Neuwagen sank um 28 % und der echte um 15 %. Dieser Rückgang kommt von den Elektroautos (ICCT, Juni 2026).

Der CO2-Ausstoß pro kWh des belgischen Stroms, den Elia (der belgische Betreiber des Hochspannungsnetzes) veröffentlicht, sinkt nicht in einer geraden Linie. Der Verbrauchsdurchschnitt (mit Import) lag von April bis Oktober 2025 zwischen etwa 70 und 150 Gramm pro kWh. In denselben Monaten 2026 lag er zwischen etwa 150 und 210 Gramm. Dieser Artikel geht der Ursache nicht nach. Elia sagt nicht, ob der Bau der Kraftwerke mitzählt. Das ICCT zählt diesen Bau mit. Die Zahlen von Elia können also niedriger liegen als die des ICCT.

Ab wie vielen Kilometern gewinnt das Elektroauto?

Beim Bau stößt ein Elektroauto mit seiner Batterie zusammen 10,4 Tonnen CO2e aus, ein Benziner 7,2 Tonnen. Das ICCT zählt 6,5 Tonnen für das Auto und 3,9 Tonnen für die Batterie. Der Unterschied beträgt 3,2 Tonnen. Ein Elektroauto holt ihn herein, weil es unterwegs weniger ausstößt.

Rechenbeispiel (zur Veranschaulichung, mit Zahlen aus dem ICCT-Bericht)
Ein Benziner stößt für den Kraftstoff (Herstellung und Verbrennung) etwa 200 Gramm CO2e pro km aus. Das sind 235 minus 35 Gramm für Bau und Wartung: 7,2 Tonnen geteilt durch 240.000 km sind 30 Gramm, plus 5 Gramm Wartung. Ein Elektroauto verbraucht 0,202 kWh pro km. Bei 78 g/kWh (der ICCT-Durchschnitt für 2025 bis 2044) sind das 0,202 × 78 ≈ 16 Gramm pro km. Ersparnis: 200 minus 16 sind 184 Gramm pro km. Die zusätzlichen 3,2 Tonnen sind 3.200.000 Gramm. Geteilt durch 184 ergibt das etwa 17.400 km. Das ICCT selbst nennt etwa 17.000 km. Der kleine Unterschied bei der Wartung (5 gegen 4 Gramm) bleibt in dieser Rechnung außen vor.

Dieselbe Rechnung für andere Netze, jeweils mit einem festen Ausstoß pro kWh. Alle Zeilen rechnen mit 200 Gramm für Benzin, 0,202 kWh pro km und 3,2 Tonnen Mehrausstoß:

Strom (g CO2e/kWh) Ersparnis pro km Ausgeglichen nach
78 (EU-Durchschnitt 2025 bis 2044, ICCT) 184 Gramm etwa 17.400 km
260 (EU-Netz 2023, ICCT) 147 Gramm etwa 21.700 km
500 (Beispiel) 99 Gramm etwa 32.300 km
700 (Beispiel, Netz mit viel Steinkohle) 59 Gramm etwa 54.600 km
1.023 (nur Steinkohle, laut ICCT) minus 7 Gramm nie

Bei Strom von 78 bis 260 g/kWh ist der Mehrausstoß der Herstellung nach etwa 17.000 bis 22.000 km ausgeglichen, bei 12.000 km pro Jahr also nach eineinhalb bis zwei Jahren. Die belgischen Zahlen von Elia liegen in diesem Bereich: Bei 150 bis 210 g/kWh sind es etwa 19.000 bis 20.000 km. Kritiker haben bei einem Netz nur mit Steinkohle (1.023 g/kWh) teilweise recht: Dort gewinnt ein Elektroauto in dieser Rechnung nichts. Echte Netze liegen niedriger. Die IEA schreibt, dass Elektroautos auch in Indien, China und Südafrika über ihr Leben weniger ausstoßen als vergleichbare Benziner.

Altes Auto behalten oder ersetzen?

Ihr altes Auto hat den Ausstoß seiner Herstellung schon hinter sich. Ein neues Elektroauto startet mit 10,4 Tonnen CO2e. Mit dem belgischen Strom von 2026 (171 Gramm CO2 pro kWh, Elia) stößt es etwa 38,5 Gramm pro km aus, Ihr altes Auto 216 bis 242 Gramm bei den Benzin- und Dieselautos, 158 Gramm beim neueren Hybrid.

Der Umschlagpunkt je Autotyp, in Klammern die Jahre bei 5.000, 14.172 und 20.000 km pro Jahr (14.172 km ist der belgische Durchschnitt, Car-Pass 2025):

  • Benziner von etwa 2005: 51.000 km (10,2 / 3,6 / 2,6 Jahre)
  • Diesel von etwa 2012: 56.500 km (11,3 / 4,0 / 2,8 Jahre)
  • Benziner von etwa 2018: 58.500 km (11,7 / 4,1 / 2,9 Jahre)
  • Sparsamer neuerer Hybrid: 87.000 km (17,4 / 6,1 / 4,4 Jahre)

Wer kaum fährt (5.000 km pro Jahr: 10 bis 12 Jahre) oder einen sparsamen neueren Hybrid besitzt (87.000 km, etwa 6 Jahre beim belgischen Durchschnitt), bei dem braucht das neue Elektroauto viel länger, bis es die Emissionen seiner Herstellung ausgeglichen hat. Ob das Behalten Ihres Autos dann grüner ist, hängt davon ab, wie lange es noch fährt.

Drei Grenzen. Der Rebound-Effekt (wer elektrisch fährt, fährt manchmal mehr) steckt nicht in den Zahlen, und wir fanden keine belgische Quelle. Wie lange Ihr altes Auto noch hält, ist unbekannt. Für ein gebrauchtes Elektroauto fanden wir keine Zahl zur Herstellung. Sie ist schon ausgestoßen, aber das ist eine Überlegung, keine Zahl.

Die Carbon-Brief-Faktenprüfung vom 24. Oktober 2023 stellt dieselbe Frage, aber ihre Grafik gilt für das Vereinigte Königreich, nicht für Belgien.

Das Diagramm zeigt den aufsummierten Ausstoß ab heute. Achten Sie darauf, wo die Linie Ihres alten Autos über die des neuen Elektroautos steigt.

Altes Auto behalten oder ein neues Elektroauto kaufen?

Das neue Elektroauto startet mit den Emissionen seines Baus, Ihr altes Auto startet bei null, stößt aber pro Kilometer viel mehr aus.

Altes Auto behalten oder ein neues Elektroauto kaufen?Liniendiagramm der gesamten Emissionen in Tonnen CO₂e über die Strecke ab heute. Das neue Elektroauto beginnt hoch und steigt langsam. Vier ältere Autos beginnen bei null und steigen steil. Wo eine Linie die des Elektroautos kreuzt, hat das neue Auto das alte eingeholt.Gesamte Emissionen (Tonnen CO₂e)0510152025020406080100NeuesElektroautoBenzin,2005Diesel,2012Benzin,2018Hybrid, neuStrecke ab heute (tausend km)

Offener Kreis: der Kipppunkt, an dem das neue Auto das alte einholt

Herstellung: 10,4 t. Berechnet für ein neues Elektroauto der Mittelklasse und Strom mit 171 g CO₂e pro kWh (Elia, 2026). Ist der Strom sauberer oder schmutziger, verschiebt sich der Kipppunkt.

Eigene Berechnung auf Basis veröffentlichter Daten. Carbon Brief (Großbritannien) ist das Vorbild für den Ansatz, nicht die Quelle der Zahlen.

Die Zahlen von Elia sind verbrauchsbasiert und decken nur einen Teil von 2026 ab. Elia sagt nicht, ob der Bau der Kraftwerke mitgerechnet ist. Auf ICCT-Basis (Lebenszyklus) kann der Wert höher liegen.

Was die Berechnung nicht berücksichtigt

  • Die Berechnung zählt die Herstellung des neuen Autos voll als zusätzliche Emissionen. Kaufen Sie in einigen Jahren ohnehin ein Auto, verschiebt sich diese Herstellung nur zeitlich und ist nicht zusätzlich. Das macht die Berechnung günstig für die Aussage, dass Sie besser weiterfahren.
  • Rebound: Wer elektrisch fährt, fährt manchmal mehr. Dieser Effekt steckt nicht in den Zahlen. Wir fanden keine Quelle, die ihn für Belgien misst.
Jahre bis zum Kipppunkt, je nachdem, wie viel Sie im Jahr fahren
Altes Auto Kipppunkt (km) 5.000 km pro Jahr14.172 km pro Jahr20.000 km pro Jahr
Benzin, 2005 51.000 10,23,62,6
Diesel, 2012 56.500 11,342,8
Benzin, 2018 58.500 11,74,12,9
Hybrid, neu 87.000 17,46,14,4

Eigenes Schema auf Basis von ICCT (2025), Elia (2026) und Car-Pass (2025); die Berechnung ist unsere.

Zahlen als Tabelle anzeigen
Kipppunkt und Jahre, alle Jahreskilometer
Altes AutoKipppunkt (km)Spanne über die Stromszenarien (km)5.000 km pro Jahr7.903 km pro Jahr10.975 km pro Jahr14.172 km pro Jahr20.000 km pro Jahr
Benzin, 200551.00046.700 bis 53.10010,26,54,63,62,6
Diesel, 201256.50051.300 bis 59.00011,37,15,142,8
Benzin, 201858.50052.900 bis 61.20011,77,45,34,12,9
Hybrid, neu87.00075.300 bis 93.20017,4117,96,14,4
Gesamte Emissionen (Tonnen CO₂e) nach einer Anzahl km
Strecke (km)Neues ElektroautoBenzin, 2005Diesel, 2012Benzin, 2018Hybrid, neu
010,40000
10.00010,82,42,22,21,6
20.00011,24,94,54,33,2
30.00011,67,36,76,54,7
40.00011,99,78,98,76,3
50.00012,312,111,110,87,9
60.00012,714,513,4139,5
70.00013,11715,615,111,1
80.00013,519,417,817,312,6
90.00013,921,82019,514,2
100.00014,324,222,321,615,8

Plug-in-Hybride in der Praxis

Ein Plug-in-Hybrid (PHEV) hat einen Benzinmotor und eine Batterie, die Sie per Stecker laden. Der offizielle Test geht von viel elektrischem Fahren aus. Bei einem PHEV mit 60 km elektrischer Reichweite rechnet der Test mit 80 % elektrischem Fahren. In der Praxis sind es bei Privatwagen etwa 45 bis 49 % und bei Firmenwagen 11 bis 15 %. Das fanden das ICCT und das deutsche Fraunhofer ISI 2022 bei etwa 9.000 Fahrzeugen heraus.

Wallbox in einer Garage
  • Der Testwert des ICCT beträgt 1,1 Liter Benzin und 15,2 kWh auf 100 km. Der echte Durchschnitt liegt bei 3,8 Litern und 11,9 kWh.
  • Die Europäische Kommission misst seit 2021 den echten Verbrauch mit einem Messgerät im Auto (Bordmessgerät). Bei PHEV von 2021 lag der Kraftstoffverbrauch laut Europäischer Umweltagentur (EUA) 240 % über dem Testwert, bei denen von 2022 306 %.
  • Fraunhofer ISI und das ICCT fanden bei Privatwagen einen echten Verbrauch, der etwa dreimal über dem Testwert lag, bei Firmenwagen etwa fünfmal.
  • Im Juni 2026 veröffentlichte das ICCT eine Studie zu etwa 8 Millionen Neuwagen aus 2021 bis 2023, gemessen mit dem Bordmessgerät. Der echte CO2-Ausstoß von PHEV von 2023 liegt im Durchschnitt etwa 400 % über dem offiziellen Wert, also etwa beim Fünffachen. Bei Verbrennern, Hybriden ohne Stecker eingeschlossen, beträgt dieser Unterschied etwa 20 %.
  • Die Europäische Kommission passte die Rechenregel 2025 an und plant 2027 eine weitere Anpassung. Laut ICCT stimmt die Schätzung auch nach 2025 nicht. Ein erster Berichtsentwurf im Europäischen Parlament will weitere Korrekturen einfrieren.

Mit diesem echten Verbrauch kommt ein PHEV auf 163 Gramm pro km. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei einem Elektroauto und etwa 30 % weniger als bei einem Benziner. Das ICCT nutzt die Abweichung für PHEV von 2021 (+240 %). Die Studie vom Juni 2026 findet für 2023 eine größere Abweichung. Die IEA rechnet weltweit mit 60 % elektrischem Fahren. Dann stößt ein PHEV etwa 40 % mehr aus als ein Elektroauto. Das Ergebnis hängt stark vom Anteil des elektrischen Fahrens ab und damit von Ihrer Nutzung.

Fraunhofer ISI berechnete 2020 für deutsche Privatfahrer, dass ein PHEV mit etwa 90 km elektrischer Reichweite bei täglichem Laden an etwa 85 % der Fahrtage rein elektrisch fahren kann. Das sind etwa 70 % der Kilometer.

Vom Kraftwerk bis zum Rad: Wasserstoff und E-Fuels

Jede Umwandlung kostet Energie. Der Thinktank Agora Energiewende hat die Kette auf Basis einer Studie von acatech aus dem Jahr 2017 dargestellt. Netzverluste zählen mit, weil die Kette am Kraftwerk beginnt:

Weg Was am Rad übrig bleibt
Elektroauto 69 %
Wasserstoffauto (Elektrolyse, Verdichtung, Brennstoffzelle) 26 %
Verbrennungsmotor mit E-Fuel 13 %

Die Elektrolyse spaltet Wasser mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff. Eine Brennstoffzelle wandelt Wasserstoff wieder in Strom um. Die Prozentwerte hängen von Annahmen ab, etwa 70 % Wirkungsgrad bei der Elektrolyse. Nach der Kette von Agora und acatech braucht ein Wasserstoffauto mit grünem Wasserstoff fast dreimal so viel Strom wie ein Elektroauto (69 gegenüber 26 Prozent) und ein Auto mit E-Fuel etwa fünfmal so viel (69 gegenüber 13 Prozent); das ICCT (2025) kommt auf etwa das Drei- und Sechsfache.

Das Diagramm verfolgt den Strom Schritt für Schritt bis zum Rad. Achten Sie darauf, bei welchen Schritten der Wasserstoff- und der E-Fuel-Weg am meisten verlieren.

Von 100 kWh Strom bis zu den Rädern

Wie viel von 100 kWh Ökostrom tatsächlich am Rad ankommt, je nach Fahrzeugtyp.

Von 100 kWh Strom bis zu den RädernBalkendiagramm mit drei Ketten, von 100 kWh Strom bis zum Rad. Jeder Balken zeigt, was nach einem Schritt übrig bleibt. Der schraffierte Teil geht verloren. Am Rad kommen an: Batterieauto 69 kWh, Wasserstoffauto 25,8 kWh, E-Fuel-Auto 12,6 kWh.BatterieautoStrom aus dem Kraftwerk100 kWhStromnetz (95 %)95 kWhLaden und Entladen derBatterie (90 %)85,5 kWhElektromotor (85 %)72,7 kWhMechanik (Antriebsstrang)(95 %)69 kWhWasserstoffauto (grünerWasserstoff)Strom aus dem Kraftwerk100 kWhStromnetz (95 %)95 kWhElektrolyse (Wasserstofferzeugen) (70 %)66,5 kWhWasserstoff verdichten undtransportieren (80 %)53,2 kWhBrennstoffzelle (60 %)31,9 kWhElektromotor (85 %)27,1 kWhMechanik (Antriebsstrang)(95 %)25,8 kWhE-Fuel-Auto (Verbrennungsmotor)Strom aus dem Kraftwerk100 kWhStromnetz (95 %)95 kWhElektrolyse (Wasserstofferzeugen) (70 %)66,5 kWhStrom in flüssigenKraftstoff umwandeln (70 %)46,6 kWhTransport über langeStrecken (95 %)44,2 kWhVerbrennungsmotor (30 %)13,3 kWhMechanik (Antriebsstrang)(95 %)12,6 kWh
  • Batterieauto
  • Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)
  • E-Fuel-Auto (Verbrennungsmotor)
  • Geht verloren

Für dieselbe Strecke braucht ein Wasserstoffauto etwa 2,7-mal so viel Strom wie ein Batterieauto und ein E-Fuel-Auto etwa 5,5-mal so viel.

Die Summen unterscheiden sich zwischen den Studien, weil jede Studie andere Wirkungsgrade und andere Grenzen wählt.

Andere Studien: wie viel Strom am Rad ankommt. Jede Studie misst auf ihre Weise.
Studie Maß Batterie Wasserstoff E-Fuel
Volkswagen (2019) Unternehmen % des Stroms am Rad 70 bis 80 % 25 bis 35 % 10 bis 20 %
Transport & Environment, Grafik (2017) Interessenverband nicht an der Quelle überprüft % des Stroms am Rad 73 % 22 % 13 %
Transport & Environment (2020) Interessenverband % des Stroms am Rad 77 % 33 % 16 bis 20 %
Ulf Bossel (2006) Wissenschaft kWh am Rad pro 100 kWh 69 kWh 19 bis 23 kWh -
Sterner, FENES, über DW (2017) Presse nicht an der Quelle überprüft Reichweite, Batterieauto = 100 100 35 15 bis 20
ICCT (2025) Interessenverband Stromverbrauch, Batterieauto = 1 1 × 3 × 6 ×

Eigenes Schema auf Basis von Daten von acatech und Agora (die drei Ketten) und den Studien in der Tabelle.

Zahlen als Tabelle anzeigen
Schritte je Kette: Wirkungsgrad und was von 100 kWh übrig bleibt
KetteSchrittWirkungsgradBleibt übrig (kWh)
BatterieautoStromnetz95 %95
BatterieautoLaden und Entladen der Batterie90 %85,5
BatterieautoElektromotor85 %72,7
BatterieautoMechanik (Antriebsstrang)95 %69
Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)Stromnetz95 %95
Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)Elektrolyse (Wasserstoff erzeugen)70 %66,5
Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)Wasserstoff verdichten und transportieren80 %53,2
Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)Brennstoffzelle60 %31,9
Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)Elektromotor85 %27,1
Wasserstoffauto (grüner Wasserstoff)Mechanik (Antriebsstrang)95 %25,8
E-Fuel-Auto (Verbrennungsmotor)Stromnetz95 %95
E-Fuel-Auto (Verbrennungsmotor)Elektrolyse (Wasserstoff erzeugen)70 %66,5
E-Fuel-Auto (Verbrennungsmotor)Strom in flüssigen Kraftstoff umwandeln70 %46,6
E-Fuel-Auto (Verbrennungsmotor)Transport über lange Strecken95 %44,2
E-Fuel-Auto (Verbrennungsmotor)Verbrennungsmotor30 %13,3
E-Fuel-Auto (Verbrennungsmotor)Mechanik (Antriebsstrang)95 %12,6

Wasserstoff ist nicht immer grün:

  • Grau: aus Erdgas, mit CO2-Ausstoß. 2023 waren das weltweit etwa 90 % des gesamten Wasserstoffs (ICCT, nach dem European Hydrogen Observatory).
  • Blau: aus Erdgas, mit Abscheidung des CO2.
  • Grün: aus Wasser, mit erneuerbarem Strom. Wasserstoff aus Elektrolyse, mit welchem Strom auch immer, machte 2023 weltweit weniger als 0,4 % der Produktion aus.

Das ICCT rechnet mit 13,6 kg CO2e pro Kilo grauem Wasserstoff und 1,2 kg pro Kilo grünem. Ein Wasserstoffauto verbraucht in der Praxis etwa 1,0 kg auf 100 km.

Das Dashboard H2Benelux zeigte am 30. Oktober 2026 acht öffentliche Wasserstofftankstellen in Belgien: zwei in Antwerpen und je eine in Erpe-Mere, Haasrode, Halle, Herve, Ollignies und Zaventem. Keine Tankstelle liegt in Limburg. Die Fachpresse meldete im September und Dezember 2025 einen Preis von 9,99 Euro pro Kilo bei DATS 24. In den Niederlanden kostete ein Kilo 15 bis 25 Euro (RVO, die niederländische Unternehmensagentur, zweites Quartal 2025). Ein neuerer oder amtlicher Preis war nicht zu finden. Das sind Richtwerte, keine festen Tarife.

Rechenbeispiel (zur Veranschaulichung)
Bei 1,0 kg auf 100 km und 10 bis 25 Euro pro Kilo kosten 100 km Wasserstoff 10 bis 25 Euro. Ein Elektroauto verbraucht 20,2 kWh auf 100 km. Bei angenommenen 0,30 Euro pro kWh zu Hause sind das 20,2 × 0,30 = etwa 6 Euro.

Und die Luft, die wir atmen?

Ein Elektroauto hat keinen Auspuff. Laut IRCELINE, dem belgischen Institut für Luftqualität, fällt dadurch der Ausstoß von NOx, Kohlenmonoxid und flüchtigen organischen Stoffen weg. Nach der Euro-6-Norm dürfen Dieselautos mehr NOx ausstoßen als Benziner: 80 gegen 60 mg pro km. Bei der Masse des Feinstaubs aus dem Auspuff ist die Norm gleich: 5 mg pro km. Das sind Normen, keine Messungen.

Feinstaub kommt auch von Reifen, Bremsen und Fahrbahn, bei jedem Auto. Die Auspuffnormen sind strenger geworden. Dadurch ist der Abrieb jetzt die wichtigste Feinstaubquelle bei Autos mit Verbrennungsmotor. Elektroautos sind im Durchschnitt schwerer. IRCELINE erwartet deshalb mehr Abrieb. Rekuperation (der Motor bremst und lädt die Batterie) schont die Bremsscheiben. IRCELINE schreibt, dass sich beide Effekte ungefähr aufheben. Die Feinstaubmenge insgesamt liegt dann in der gleichen Größenordnung wie bei einem Verbrenner. Der Nettoeffekt hängt von Fahrzeugtyp, Reifen und Fahrstil ab.

Mehr zu Bergbau und Rohstoffen lesen Sie im Artikel „Bergbau und Öl: Was Elektroauto und Verbrenner der Erde entnehmen“.

Was jetzt?

  1. Rechnen Sie mit dem echten Verbrauch, nicht mit dem Prospekt. Schlagen Sie 20 % auf den Testverbrauch eines Benziners oder Diesels auf und 25 % auf den eines Elektroautos, wie es das ICCT tut.
  2. Erwägen Sie einen Plug-in-Hybrid nur, wenn Sie jeden Tag laden können, zu Hause oder bei der Arbeit. Wie Sie zu Hause laden, lesen Sie im Artikel „Elektroauto fahren und zu Hause laden“.
  3. Vergleichen Sie Modelle mit dem Ecoscore der Vlaamse overheid (flämische Behörden, ecoscore.be). Er verbindet Treibhausgase, Luftverschmutzung und Lärm.
  4. Wenden Sie das Rechenbeispiel oben auf Ihren eigenen Strom an. Je sauberer Ihr Strom, desto schneller holt das Elektroauto den Mehrausstoß herein.

Quellen und Haftungsausschluss

Dieser Text stützt sich auf:

Dies ist eine allgemeine Information, keine persönliche Beratung. Zahlen und Regeln können sich ändern. Stand: 30. Oktober 2026.

Autor: Wouter Hermans

Bleiben Sie über Bronsgroen auf dem Laufenden

Einmal im Monat Neuigkeiten über unsere Projekte in Limburg, unsere Aktivitäten und wie Sie mitmachen können. Abmelden ist jederzeit möglich.